A u f n a h m e n     A u f t r i t t e     Los Desastres     F a n p o s t     K o n t a k t     L i n k s

 


Liebe Los Desastres!

Als ich heute morgen an meinem aus Bierkisten und Spanplatten zusammengezimmerten Tisch saß und den Schmutz an der Fensterscheibe etwas verrieb, um einen Blick auf den Himmel meiner Wahlheimat zu werfen, mußte ich eines traurigen Schauspiels in einer der gegenüberliegenden Wohnungen gewahr werden. Ein Mann mittleren Alters in Zweireiher und Schürze schlug seinen Hund –einen prachtvollen Rauhaarteckelrüden unter Zuhilfenahme eines Kehrbleches so ausdauernd, bis dieser nurmehr röchelnd und zuckend seinem Peiniger erlag. Dieser Anblick verdarb mir so gründlich den Frühstücksappetit, daß ich den letzten Bissen meiner Graubrotschnitte, die ich zuvor sorgsam mit Margarine beschmiert und dann dick mit Fleischsalat belegt hatte wieder ausspie. Eigentlich schade d’rum, aber ich bin nun mal eben ein sensibler Charakter. Wenn man bedenkt, daß dieses Hundegeschöpf nur seiner homoerotischen Neigungen wegen mit dem Leben bezahlen mußte, wird einem mit einem Schlag die ganze Grausamkeit der heutigen Welt bewußt. Da mag die Mortadella noch so raffiniert gewürzt und die grobe Blutwurst noch so pikant sein, es will einem einfach nicht mehr schmecken auch nicht mit Senf drauf! Vermutlich stoße ich bei Euch hiermit nicht auf taube Ohren. Ihr seit schließlich landauf und landab als eiserne Mahner und als letzte Hüter der Moral bekannt. Schön das es soetwas noch gibt! Vielleicht hat Euch das Geschilderte ja ein wenig zum Nachdenken angeregt, dann könntet ihr diesen Stoff vielleicht in einem Eurer nächsten Songs verarbeiten. Ich glaube fast, Eure erschütterten Mienen sehen zu können, wenn Ihr diese Zeilen lesen werdet; glaube sehen zu können, wie sich Euer Peter Boss an der Orgel die lange blonde Mähne aus dem Gesicht streicht, während seine Mundwinkel unmerklich zittern vor Empörung über soviel Unrecht, wie dem markant südländisch anmutenden Schlagzeuger Rentini eine Träne im Auge funkelt - ja glaube zu sehen wie
Basser Pablo still aber entschlossen die Hand des Gitarristen Hünecke ergreift und diese mit einer Kraft drückt, die Entschlossenheit signalisiert und Hünecke zu einem Kuß auf des Bassers Wange veranlaßt.

Übrigens würde ich mich riesig freuen, wenn Ihr vielleicht das Hauptthema von "Winds of change" von der Gruppe Scorpians in das Lied einfließen lassen könntet.

Dank im Voraus Euer Uwe

Uwe   [ 16.01.2001 , 22:43 ]
Antwort der Los Desastres:
Danke Uwe!
Das war ja sehr nachdenklich von Dir, wie Du das gesagt hast, mit dem Hund und so.
Du hast uns was gezeigt! Da muss man auch mal Blut schlucken!
Nicht genug, das momentan im Proberaum die Fetzen fliegen...
Aber solange es noch Schreiberlinge wie den Uwe gibt, haben wir noch Mut, durchzuhalten und auszustehen!
(Anm. der Los Desastres)