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s o m m e r `9 9
d i e p o r t u g a l - t o u r n e e.
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Faro Airport.
Die Sonne brannte. Die vier Desastres entgingen knapp
einem Bombenanschlag. Wiedersehen macht Freude. Auf
dem Marktplatz noch eine Messerschlitzerei, danach
erstmal ein Milchshake. Alltag.
Rein ins Taxi und ab in die Wüste. Too much monkey
business.
Zwei Wochen später. Die Tourneemaschinerie lief
auf Hochtouren. Der erste Auftritt - ein Schlag ins
Gesicht. Das tat gut.
Die Band tat sich etwas schwer, Streit zu entfachen,
da die Einheimischen sehr gutmütig waren. Hin
und wieder gelang es ihr. Der Rest ist Geschichte.
Für ein paar Millionen Escudos überließ
ein Mechaniker ihnen seinen feuerroten '76-er Mustang.
Die Band wollte nach Lissabon fliehen. Die Hitze
hatte ihr den Verstand aus dem Hirn gebrannt. Zugegeben,
es war etwas eng in dem Zweisitzer.
Lissabon, Pension Allegria.
Während der Rest sich im Park vor der Pension
Allegria in Bairro Alto auf ihren Gig in den Kellern
der versoffenen Viertel mit einem guten Schluck Port
warmspielte, wollte Pablo noch einmal zur Post.
Er sollte sie nicht mehr verlassen. Kurzum, er setzte
sich mit der Kasse ins Portugiesische Hinterland ab.
Tsunetomo, Boss und Rentini waren sauer und
mit ihnen hunderte Mama Sitas.
Die Hetzjagd begann. Wochenlang keine Spur von Pablo!
Zurück in Faro platzte dann die Bombe: Die Los
Tres Desastres saßen in der Küche der Pension
Adelaide, da kam Pablo mit einem hämischen
Grinsen um die Ecke geschlendert. Er sagte, er hätte
einen Kulturausflug nach Evora gemacht, aber
die Wahrheit werden wir wahrscheinlich nie erfahren.
Genauso wenig wie das Versteck der 100.000 Escudos.
Nachdem sie sich ordentlich zusammengeschlagen hatten,
heulten sie Rotz und Wasser vor Freude, wieder vereint
zu sein.
Der Song "Brachial" war geboren. Die zwei folgenden
Gigs liefen wie am Schnürchen. Nebenbei verloren
die Los Desastres einige Milliarden beim Pferderennen.
Riskant, Riskant.
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Nachdem sie aus den Städten
verbannt wurden, beschlossen die Los Desastres durch
die Dörfer der Westküste zu touren. Und
immer wieder Streitereien.
Mit den Worten "Ick hau ab" verschwand Rentini
im Atlantik. Auf dem Weg in die Staaten überraschte
ihn kurzer Hand ein Taifun und riß ihm die Brille
vom Gesicht. Anyway, er mußte umkehren. Wie
hat Faulkner mal das Leben eines Mannes mit nur einem
Wort beschrieben: "Scheiße".
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Die restlichen drei hatten derweil
im Schweiße ihres Angesichts ein Grab geschaufelt.
Andächtig schauten sie auf das Grab, denn es
war sehr gut gelungen. Plötzlich stieg Rentini
aus den Fluten. Der Schreck war so groß wie
die Freude.
Zur Feier des Tages wurde ein Pferd geschlachtet und
vollständig verzehrt.
Aus einem harmlosen Kulturabstecher
entwickelte sich eine folgenschwere Auseinandersetzung
mit der Polizei. What happened:
Die Bergabfahrt eines durchaus sehenswert verfallenden
Castellos wurde zum Horrortrip. Ein Fan hatte die
Songs der Los Desastres falsch verstanden und die
Bremsschläuche des Mustang durchtrennt. Kann
ja mal passieren.
An sich kein Problem für Boss, den ausgefuchsten
Bleifuß. Doch Tsunetomo wollte noch gern beim
Zigarettenkauf fotografiert werden. Noch 10 Meter
bis zum Automaten. Boss steuerte mal wieder weit
über das Ziel hinaus direkt in das Dach einer
Scheune. Die Polizei hatte die Band schon lange im
Visier. Alle vier wurden in Handschellen abserviert.
Das Auto war in Spanien als gestohlen gemeldet, und
die Pferdeknochen im Kofferraum klärten viele
Mißverstände unter den Einheimischen auf.
Und wieder einmal war es Tsunetomo, der die richtigen
Worte fand, um die vier da rauszuboxen.
Er sagte: "Hey Joe, what do you know." Dann zeigte
er mit seiner Zigarettenspitze in Richtung Auto und
meinte: "Wipe the window, check the oil. Dollar gas".
Etwas später saßen
die Los Desastres wieder im Flieger.
Die schönsten Jahre ihres Lebens sind leider
im Knast drauf gegangen. Na und.
Wenn sie heute an diese Zeit zurückdenken, kommt
es ihnen manchmal so vor, als ob sie das alles nur
irgendwo gelesen hätten.
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